I want to go home to my father

Ich will zu meinem Vater

….gehen. Wird es ein langer Weg sein? Ist Gott ferne?

Weit entfernt und verschlissen, weg von Gott. Ins Abseits gelaufen, abgestumpft, der Blick ist hoffnungslos.

Wo sind die Träume hin?

Das Versprechen des „schönen Lebens“? Wo sind die Freunde? Sie haben sich abgewandt, sobald sie merkten, dass ich Teil des Problems bin.

Oberflächlich war alles ganz nett….hatte der Vater nicht weinend zugesehen, wie ich ihn verlassen hatte? Hatte er mir nicht mein Erbe gegeben, das ich eingefordert hatte – er hatte freundliche Worte gesprochen, mich zwar hoffend doch weinend ziehen lassen….

Meine Zukunft schien aufs Äußerste rosig.

In kurzer Zeit war ich der Star der Szene. Es lief blendend. Gelegentliche Zweifel waren nur dazu da, mir immer neuen Auftrieb zu geben auf meinem Weg. Gott war so weit hinter mir. Irgendwann war er nur noch vage Erinnerung: …hatte ich mal zu ihm gebetet? Sollte das mehr als nur Hoffnung sein?

Dennoch der nagende Gedanke: Wenn dieser liebende – oder vielleicht fordernde Gott – mich – erwartet?back to the father

Ich war eilig unterwegs:

Immer vorwärts wie Gladiatoren, die keinen Feind kennen. Meine Attraktivität öffnete mir scheinbar mühelos die Türen. Es war wie ein Spiel.

Das Erbe des Vaters war doch schnell aufgebraucht.

Ich fragte mich: War das denn schon Alles? Sollte das Alles gewesen sein? – War das das Leben gewesen? ….die entfernte Erinnerung an Worte und seine Augen, die mich verfolgten.

Ich rannte mein eigenes Rennen, ich musste eben nur noch….

Viele nannten mich ihre Freund und Freundinnen bis ich anfing nachzudenken und nach Wahrheit zu suchen, bis ich begann Fragen zu stellen. Wehe, wenn ich meinen Gefühlen freien Lauf lies – dannn nahm man vorsichtig Abstand von mir. Wenn ich Zweifel anmeldete am Rennen, weil in mir etwas aufgebrochen war, das ich nicht mehr beschwichtigen konnte, obwohl ich zu mir selbst sprach: Beruhige dich, sei still…

Doch in mir war Unruhe.

Und sie konnte nicht gestillt werden mit einem Händedruck oder einer beschwichtigenden Handbewegung. Da war dieses Verlangen nach Ehrlichkeit und Wahrheit! Ich wollte nichts mehr essen und hatte bald eingefallene Wangen. Mein Mund war getrocknet vor Durst.

In der Sprechstunde, bereits verzweifelt: Der Arzt legte die Hand schwer auf meine Schulter und sprach es aus: Sie haben Durst!……gehen Sie oder beten Sie, reden Sie, machen Sie! Machen Sie es schnell, Sie haben nicht viel Zeit.

Was nützen mir Getränke – bei dieser amtlichen Diagnose: „Sie haben Durst.“ Die Freunde im Gesichtsbuch!?

Ich war so hemmungslos am Ende. Gott bist da?

Bist du gerade heute da? Ich rief zu ihm,  seufzte, schluchzte, schrie um Hilfe…..

Er war da!

Ich sah ihn nicht –  doch ich spürte und wusste plötzlich: Er wartet tatsächlich auf mich! Er liebte mich dennoch! ….was ist das? Ausgestreckte Arme am Kreuz?!

Der Vater hatte die ganze Zeit gewartet !

Er hatte tatsächlich gewartet! Er hielt seine Hand an der Stirn. Als er mich von Weitem sah – es zerbrach mich innerlich – fing er an, mir entgegenzulaufen! Er lief mir über Stock und Stein entgegen, er muss andauernd nach mir Ausschau gehalten haben.

Nicht ich fiel ihm um den Hals, sondern er! Er fiel mir lachend, weinend um den Hals.

Er küsste mich- dabei war ich gar nicht mehr ich. Ich war nicht dieselbe Person, die ihn verlassen hatte. Ich war unterwegs eine Andere geworden. Doch er kannte mich, liebte mich und er verzieh!! Ich stammelte meine Wörter, bat ihn, schluchzte, weinte. Er jedoch sprach freundlich zu mir und gab mir neue Kleidung.

Diese Heimkehr war nahezu unglaublich. Wer ist Er? Den Weg zurück gingen Er und ich gemeinsam.

Die Anderen rannten uns entgegen als ob ich nie weggewesen wäre, es war unfasslich! Dann gab mir der Vater offiziell seinen Ring, neue Schuhe. Dann die Rede: Der Vater hatte mich aufgenommen als sein Kind und wollte jetzt sofort feiern. Es sprachen gewisse Umstände dagegen, Mitbewohner des Hauses beschwerten sich über Modalitäten, Zeitpunkt und Art der Feier, draußen waren Streitigkeiten zu hören, doch der Vater war nicht davon abzubringen, dass jetzt gefeiert werden müsste! Ich war zurück ins Leben gekommen, vom Tod ins Leben!

Bist du dabei?

Kerzenleuchter auf der Tafel, die Speisen sind liebevoll zubereitet, Blumen, Gesichter, Freudentränen. Weisst du, dass der Vater wartet?  Kommst du mit an den  Tisch?

Wir bitten um Verständnis, dass es heute etwas später wird und lauter als sonst. Es ist der Vater, der feiert und …..bist du dabei?                      

zum Lebensübergabegebet

???…wenn er uns nicht liebt, wer dann